Radegast

Das ehemalige Rathaus von Radegast

Radegast liegt in der Mitte zwischen Köthen und Bitterfeld-Wolfen an der B 183.

Die Gemarkung Radegast grenzt im Südosten an das Naturschutzgebiet "Cösitzer Teich" und im Süden an das Landschaftsschutzgebiet "Fuhneaue".

In Radegast gibt es eine Vielzahl von Vereinen und Vereinigungen. Am weitesten bekannt wurde Radegast jedoch durch das "Landgestüt des Landes Sachsen-Anhalt, Radegast", das aber leider nach Prussendorf verlegt worden ist. Heute ist das Gelände des ehemaligen Landesgestüts privatisiert.

Für Pferdefreunde gibt es weiterhin ideale Möglichkeiten, ihren Sport auszuüben bzw. Reittouristik zu unternehmen. Auch eine Pensionspferdehaltung ist möglich. Die Nähe der Fuhneniederungen bietet dazu hervorragende Bedingungen! 




Die Fuhneaue bei Radegast
Der Reitplatz im Gestüt



Geschichte:

1244                    Erste urkundliche Erwähnung mit dem Namen "Frates de Radegiz" (Gebrüder von Radegast); der Name deutet auf die Besiedelung durch die Wenden hin (Kriegsgott der Wenden) 
1344 In einer niederdeutschen Vertragsurkunde vom 10. Februar wird Radegast erwähnt; die Brüder von Pouch werden als Besitzer von Radegast erwähnt
1469 In einer Urkunde vom 11. April wird auf ein Gut an der Straße nach Zörbig verwiesen, das einen Wohnhof mit 300 Morgen Land und 5 Wiesen besaß. Außerdem gab es noch ein Freigut mit 100 Morgen Acker. Besitzer von Radegast wurden nun das Geschlecht "von Wulffen" genannt
1475Erste Erwähnung des Damms durch den Fuhnesumpf 
1600 Radegast geht in den Besitz des Herren "von Hoym" über 
1612 Fürst Johann Georg I. kaufte als Lehnherr das Gut zurück; Radegast wurde fürstliches Amt 
1685 Dammbau durch die Fuhneniederung zwischen Radegast und Zörbig und damit Ausbau zu einer wichtigen Handelsstraße zwischen Magdeburg und Leipzig!
1688 Fertigstellung des Dammes. Errichtung des "Theuren Christian" als Grenzstein zwischen den damaligen Ländern Anhalt-Dessau bzw. Sachsen am Fuhneübergang. Er ist auch heute noch eine Sehenswürdigkeit von Radegast
1702Radegast wird Marktflecken. Erster Kirchenbau (wahrscheinlich mit vielen Baumängeln -> siehe 50 Jahre später)
1717 Der Gasthof "Prinz von Anhalt" wird erbaut
1727 Radegast erhält das Marktrecht und damit verbunden das Stadtrecht dank Fürst Leopold von Anhalt-Dessau
1752 Einsturz des Kirchenturmes, Neuaufbau noch im gleichen Jahr 
1780 In Radegast gibt es einen Ortsrichter bzw. später einen Stadtrichter und 2 Gerichtsschöffen
1783 Der Radegaster Apotheker Ziervogel wird als Falschmünzer verhaftet 
1849 Nach der Gemeindeordnung vom 24. Februar erhielt Radegast das Stadtrecht
1859 Der Apotheker H. Kahleyß gründet eine Likörfabrik 
1860 Gründung der Zuckerfabrik Radegast (teilweise mit 120 Beschäftigten)
1865/66 Neubau der Schule mit 3 Schulzimmern sowie Lehrerwohnungen an der Ecke Köthener Straße/Cösitzer Straße 
1867 Radegast hat 107 Häuser, 885 Einwohner, davon 33 jüdische Einwohner 
1873 Gründung der freiwilligen Feuerwehr Radegast 
1874 Neuaufbau des Kirchenschiffes; der 1752 errichtete Kirchenturm wurde
erheblich aufgestockt 
1897 Einweihung der Kleinbahnstrecke Dessau - Kochstedt - Quellendorf - Köthen - Radegast - Zörbig. Die "Cöthener Kleinbahn" verfügt über 2 dreiachsige und 2 zweiachsige Lokomotiven 
1910 Ausbau der Eisenbahnstrecke Radegast - Zörbig als gemischtspurige Strecke 
1911 Gründung des Fußballvereins "Britania" Radegast 
1919 Gründung des Gartenvereins in Radegast 
1925 Radegast hat 911 Einwohner. Die Stadt kauft das Haus in der Franzstraße 64 und richtet hier das Rathaus ein (heute Marktplatz 1) 
1930 Abbruch der Zuckerfabrik 
1934 Schulneubau in der Bahnhofstraße (Einweihung im Jahre 1935)
1939 Einstellung des Personenverkehrs auf allen Kleinbahnstrecken; nur noch Güterverkehr zwischen radegast und Zörbig 
1945 Einstellung des Kleinbahnbetriebes am 21. März 10 Uhr auf Befehl der sowjetischen Reparationskommission 
1946 Gründung des VdgB/BHG auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik 
1953 Einführung des 10-Klassenunterrichts in der Radegaster Schule. Beginn der Pferdezucht auf der Domäne 
1975 Das Sportlerheim wird erbaut 
1976 Die Likörfabrik "Kalcora", fast 120 Jahren in Familienbesitz, wird verstaatlicht 
1991 Gründung des Landesgestüts Sachsen-Anhalt 
1996 Baubeginn an der Umgehungsstraße. Schließung des landeseigenen Gestüts in Radegast. Protestkundgebung der Radegaster Bürger gegen die Schließung des Gestüts 
1998 Außenstelle des Gymnasiums Köthen stellt im Schuljahr 1998/99 den Schulbetrieb in Radegast ein 
1999 Schließung der Radegaster Post. Das Gestüt wird privatisiert und geht an die Gebrüder Vogel über 
2000 Nach mehrjährigen Sanierungsarbeiten der Kirche erläuten am 1.Oktober zum ersten Mal wieder die Kirchenglocken 



Historische Persönlichkeiten:

Die folgenden drei Persönlichkeiten aus der Radegaster Geschichte sind auf der Gedenkmedaille abgebildet, die anläßlich des Anhalttages 2004 geprägt wurde. 

             

Louis Hecht

geb. 11.11.1841, gest. 11.01.1931. Müllermeister, Bürgermeister der Stadt Radegast von 1891- 1925. Er amtierte sehr erfolgreich 34 Jahre. Bei seinem Ausscheiden aus Altersgründen im Jahr 1925 ehrte man ihn mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Radegast.
Beigesetzt auf dem Friedhof Radegast. 

 

Franz Paul Baege

geb. 25.11.1876, gest. 01.12.1938. Lehrer, Heimatdichter und Archäologe, wirkte in Radegast als Lehrer und Schulleiter von 1908-1933.
Beigesetzt auf dem Friedhof Radegast. 

Franz Ebert

geb. 01.05.1877, gest. 21.12.1936. Maurer, Stadtrat, Gründer der Gartensparte im Jahr 1919. Er setzte sich als Stadtrat und Sozialdemokrat sehr aktiv für die Belange der einfachen Menschen ein.
Beigesetzt auf dem Friedhof Radegast.




Wappen

Zahlen und Fakten

Ortsteile:     Radegast
Fläche:        395 ha
Einwohner: 1.054 EW


Ortsbürgermeister:
Herr Michael Graf

Büro:
Radegast
Marktplatz 1
06369 Südliches Anhalt  
   
Tel.: 034978/21275 
   
Sprechstunden:
dienstags von 16:00 
bis 18:00 Uhr und nach Vereinbarung

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