Neues aus dem Schloss Köthen

(Donnerstag, den 27.08.2020 um 13:22)

Veranstaltungen im September

Buchpremiere „Ortolan. Das Blendwerk des Chevalier John Taylor“ 

Lesung mit Andreas Hillger, Musik Jörg Naumann (sax/fl)

„Schlummert ein, ihr matten Augen ...“ Am Ende seines Lebens war Johann Sebastian Bach blind, auch der berühmte Starstecher John Taylor konnte ihm nicht mehr helfen. In seinem neuen Roman „Ortolan“ – erschienen im Osburg Verlag - erzählt Andreas Hillger im Veranstaltungszentrum in Köthen vom Blendwerk dieses selbst ernannten Chevaliers, der neben Hunderten anderer Patienten auch Georg Friedrich Händel auf dem Gewissen hatte.

London 1770: John Taylor rüstet sich für seinen Tod. An der Seite des einst ebenso berühmten wie berüchtigten Chevaliers steht nur noch ein Sekretär, der selbst ein dunkles Geheimnis hütet. Ihm diktiert der Augenarzt seine Lebensbeichte – die Geschichte jenes Blendwerks, das den Starstecher über Marktplätze in Königsschlösser führte, weil er die Entscheidung über Licht oder Finsternis in seine Hände nahm. Am Ende dieses Weges ist der Mann, der berühmte Zeitgenossen wie Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel vergeblich von ihren Augenleiden befreien wollte, selber blind. Was ihm im Dunkeln bleibt, ist die Erinnerung an Reisen und Begegnungen, die er in einer Mischung aus Reue und Trotz überliefert.

Der Roman erzählt vom Wagen und Scheitern eines legendären Arztes, der als Quacksalber wie ein heutiger Popstar lebte und mit seinen schrecklichen Methoden aus Versehen auch Musikgeschichte schrieb. Zugleich schärft diese Hommage an das Sehen auch den Blick für Blindheit, die im „Age of Enlightenment“ – also dem Zeitalter der Aufklärung – philosophisch verstanden und medizinisch behandelt werden wollte.

Andreas Hillger arbeitet nach langer journalistischer Tätigkeit als freier Autor und Dramaturg. Sein Hauptinteresse gilt dabei historischen Themen, die er oft auf dem Theater verhandelt – so u.a. zuletzt im mehrfach ausgezeichneten Fugger-Musical „Herz aus Gold“ für das Staatstheater Augsburg oder im Melanchthon-Oratorium „Got.alein/die.Ehr“. Seine Faszination für das Barock-Zeitalter

führte zur Neufassung der „Beggar’s Opera/Polly“ am Anhaltischen Theater Dessau. 2013 erschien im Osburg Verlag sein Roman „Gläserne Zeit“. Der Autor lebt in Dessau.

 

Die Buchpremiere, die in das Programm der Köthener Bachfesttage eingebettet ist, wird musikalisch begleitet von Jörg Naumann am Saxophon und auf der Querflöte.

 

6. September, 14 Uhr, Veranstaltungszentrum, Kartenpreis 10 Euro

 

Allerdings.Ringelnatz

 

Soloabend von Frank Roder mit Texten von Joachim Ringelnatz

 

Ein Filou, ein Dichter, ein Philosoph, ein Schaufensterdekorateur, Kommandant eines Minensuchers, Kommis, Bibliothekar - in mehr als 40 Berufen hat Hans Bötticher (1883-1934) gearbeitet. Den Behörden gegenüber gab er „Artist“ an, eine selbstironische Berufsbezeichnung für den Künstler, den wir heute als Joachim Ringelnatz kennen. „Hätte ich ein anderes Gesicht, wäre mein Leben ganz anders, jedenfalls viel ruhiger, verlaufen“, gab Ringelnatz ebenso selbstironisch zu. Und wenn dann auch die Norddeutsche Rundschau eine „überraschende physiognomische Ähnlichkeit“ feststellt, dann liegt nahe, dass Schauspieler Frank Roder Ringelnatz spielt. In seinem Solo-Abend zeigt er Texte eines lebenshungrigen Dichters, den ein Thema immer begleitet hat: Geld. Also keine gewohnt-wohlige Kuttel-Daddeldu-Gemütlichkeit, sondern ein ungewöhnlicher Blick auf einen außergewöhnlichen Dichter. Schauspieler Frank Roder, in Sachsen großgeworden und in Hamburg lebend, ist einem breiten Publikum durch seine Auftritte in Sommertheater-Produktionen in Wittenberg und Dessau bekannt. Er verkörperte Luther und Melanchthon – diesmal nun zeigt er sich in der Rolle eines großen Norddeutschen.

 

„Spott, expressionistische Sprachspielereien, Kindergedichte - das alles schüttelt Frank Roder mit lyrischer Leichtigkeit aus dem Ärmel.“ Norddeutsche Rundschau

 

11. September, 20 Uhr, Veranstaltungszentrum, Kartenpreis im Vorverkauf 15 Euro, Abendkasse 18 Euro

 

Tag der deutschen Sprache

 

Christoph Hein hält die Rede zur deutschen Sprache

 

Mit drei Veranstaltungen an zwei Tagen feiert die Neue Fruchtbringende Gesellschaft die Deutsche Sprache und den Tag der deutschen Sprache, der jährlich am zweiten Samstag im September stattfindet. Im Sprachforum ist mit Volker Hofmann einer der bekanntesten Kinderchirurgen der DDR in einer Lesung (11. September, 19 Uhr) zu Gast. Er erzählt in seinem Buch „Er aber zog seine Straße fröhlich“ sein Leben in drei Gesellschaftsordnungen und darüber, wie es ihm mit Fantasie, Mut und Beharrlichkeit gelang, ein glückliches Leben zu führen. „Wörter machen Leute – Leute machen Wörter“ war das Thema des diesjährigen bundesweiten Schreibwettbewerbs „Schöne deutsche Sprache“. Die Preisträger werden im Johann-Sebastian-Bach-Saal ausgezeichnet und lesen aus ihren prämierten Texten (12. September, 15 Uhr). Mit Spannung erwartet wird die Rede zur deutschen Sprache. Sie wird vom Schriftsteller, Übersetzer und Essayisten Christoph Hein gehalten (12. September, 19 Uhr), der sie mit „Neusprech“ überschrieben hat.

 

11./12. September, Veranstaltungszentrum, Eintritt frei, nur auf Anmeldung unter Telefon 03496 213981 oder per E-Post an erdmenger@fruchtbringende-gesellschaft.de

 

 

Sonntagsmatinee

 

Konzert mit dem Duo Naumann-Röske

 

Der Holzbläser Jörg Naumann und der Percussionist Falk Röske blicken zurück auf ein Vierteljahrhundert musikalischer Zusammenarbeit in verschiedenen Bands (u.a. l’arc six, Free Elements) - und eben als Duo Naumann-Röske. In dieser Konstellation spielen für die beiden Grenzen von Stilen und Genres keine Rolle: Bestandteile von Jazz, Weltmusik, Klassik und imaginärer Folklore formen ein neuklingendes Ganzes.  Die Vielfalt der eingesetzten klassischen und exotischen Instrumente (Saxophone, Flöten, diverse Trommeln, Hang, Kleinpercussion) und die von spielerischer Neugier getragene Improvisationsfreude der Musiker lassen jedes Konzert zu einer spannenden Reise durch einen eigenen, farbenfrohen musikalischen Kosmos werden.

 

Jörg Naumann ist sowohl als Saxophonist und Flötist als auch als Komponist und Texter tätig. Von früh an verband er eine solide musikalische Ausbildung mit der Umsetzung eigener Ideen. Falk Röske fand früh zur Musik und nach Umwegen über das Piano, die Gitarre und Mandoline endlich zu den Schlaginstrumenten. Heute agiert er nicht nur in verschiedenen musikalischen Projekten, sondern ist hauptberuflich als Musiktherapeut tätig.

 

13. September, 16 Uhr, Veranstaltungszentrum, Kartenpreis im Vorverkauf 15 Euro, Abendkasse 18 Euro

 

 

Schlosssalon

 

 „Ehrensache Ehrenamt“, zu Gast: Heiko Lehmann

 

Ohne ehrenamtliches Engagement wäre Köthen ärmer. Ganz gleich ob im Sport, im Sozialen oder in der Kultur arbeiten viele Köthener in ihrer Freizeit freiwillig und ganz ohne Bezahlung. Warum bringen sich Menschen ehrenamtlich in die Gesellschaft ein? Welche Unterstützung benötigen sie? Wo finden sie Mitstreiter? Christine Friedrich, KKM-Geschäftsführerin, geht im Gespräch mit Heiko Lehmann diesen Fragen nach.

 

17. September, 18 Uhr, SchlossKaffee, Eintritt frei

 

 

Sonntagsmatinee

 

Köthen in alten Fotografien – Dia-Schau von Christian Ratzel

 

Das Interesse an der Geschichte Köthens ist groß. Nach einer ganzen Reihe restlos ausverkaufter Dia-Schauen in den vergangenen wurde der Ruf nach einer Fortsetzung laut. Gästeführer Christian Ratzel präsentiert daher in seiner neuen Dia-Schau „Köthen in alten Fotografien“ sorgfältig ausgewählte fotografische Impressionen der Stadt mit selten oder noch nie öffentlich gezeigten Fotos. Der Bogen spannt sich von sehr frühen Aufnahmen bis zu den beginnenden 1990er Jahren. Man darf sich auf eine gemeinsame Zeitreise freuen, die bekannte, aber vielleicht auch einige weniger bekannte Aspekte der Geschichte Köthens betrachtet. Spannend wird es in jedem Fall.  

 

27. September, 16 Uhr, Veranstaltungszentrum, Kartenpreis im Vorverkauf 9 Euro, Tageskasse 12 Euro

 

 

Karten für alle Veranstaltungen im Vorverkauf bei der Touristinformation im Schloss,  Telefon 03496 70099260 und unter www.schlosskoethen.de.




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